Quelle: Allgemeine Zeitung Alzey vom 23.08.2021

Gottesdienst zwischen Weinflaschen

Partenheimer feiern 300-jähriges Bestehen der Kapelle „Mariä Aufnahme in den Himmel“ in Weingut nach

Lange Zeit mussten sich evangelische und katholische Christen in Partenheim ein Gotteshaus, die Kirche St. Peter, für das Feiern der Gottesdienste teilen. Für die Heilige Messe mussten die Katholiken damals noch ins benachbarte Vendersheim wandern. 1720 wurde dann jedoch aus einem kleinen Kelterhaus, das zugehörig zum Schloss ist, die heutige Kapelle „Mariä Aufnahme in den Himmel“. Deren 300-jähriges Jubiläum wurde nun im Weingut Freitag mit einem Festgottesdienst nachgefeiert.

Draußen unter freiem Himmel und der ausladenden Krone einer mächtigen Kastanie begingen Christen beider Konfessionen zwischen Sackkarren und Gitterboxen voller Weinflaschen das Patronatsfest der kleinen Kapelle. „Der Ursprung dieses Festes liegt weit zurück und wird am 15. August begangen. In dieser Tradition steht auch unsere Kapelle“, begrüßte Bischof Peter Kohlgraf die Gottesdienstbesucher. „Dass wir dieses Jubiläum nun im Hof des Weingutes feiern, der zwischen der Kapelle und der evangelischen Kirche St. Peter liegt, steht für ein gutes Zeichen der Verbundenheit, das mit der Ökumene einhergeht.“ Und so war die Ökumene auch ein Thema, das neben dem Kirchenjubiläum immer wieder während des Gottesdienstes auftauchte.

Es waren festliche Klänge, die zwischen den Lesungen, Ansprachen und Gebeten erklangen, passend eben zum Anlass des Festgottesdienstes. Eine schallende Trompete, gespielt von Michael Botens, zu Beginn und die klaren Stimmen von Eva Maria Lechler und Miriam Piró Noack, die das Gloria sangen, begleitet durch Klaviermusik. Denn zum Gotteshaus gehört eben auch immer die Musik, wie Markus Conrad später in seinen Grußworten deutlich machte. „Kirchen sind mehr als funktionale Versammlungsorte“, sagte der Bischof in seiner Predigt. „Hier fließen Sorge, Trauer, Glaube und Freude zusammen und selbst für Nichtgläubige würde das Wegfallen eines Kirchengebäudes ein Verlust bedeuten.“ Denn sie seien eben auch Orientierungspunkte, Mittelpunkte, aber auch Zeugnis der Spaltung, die die Kirche einst durchlaufen hat. „Wir gehen in eine Zukunft, in der die Gemeinschaft in der Unterschiedlichkeit noch stärker zelebriert werden muss.“

Denn diese verschiedenen Wege, die die beiden Konfessionen beschreiten, würden schlussendlich doch zum gleichen Ziel führen. „Wir müssen diesen Wegen mit Respekt begegnen, Differenzen sind überwindbar. Darüber darf auch gestritten werden, solange das gemeinsame Ziel dabei nicht aus den Augen gerät“, ergänzte der evangelische Pfarrer Harald Esders-Winterberg die Worte des Bischofs. Auch wenn das Jubiläum ein Jahr verspätet erst stattfand, so ist es doch ein wichtiger und richtiger Festakt. „Diese neue Zeit, in der wir leben, heißt nicht, solch ein besonderes Jubiläum einfach ausfallen zu lassen“, sagte Markus Konrad, Verbandsbürgermeister der VG Wörrstadt. „Kirchen sind meistens auch die schönsten Gebäude in den ländlichen Gemeinden, umso wichtiger ist es, diese auch zu bewahren.“

Kirchliche Gebäude, wie eben die kleine Kapelle, vereinten in sich nicht nur die Möglichkeit, den christlichen Glauben auszuüben, sondern seien auch Orte, an denen Leben stattfinde, so Conrad. Um diese Aspekte zu verdeutlichen und auch den Touristen näher zu bringen, gestalte die VG momentan das Projekt Dorfkirchenstraßen. Damit dann noch weitere Kirchenjubiläen gefeiert werden können.

   

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